Stille Straßen

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„Zu Weihnachten. Kriegsjahr 1916.“

Im Rahmen meines Studiums las ich „Die alte Krone“ von Paul Keller und war begeistert. Mangels einer Neuauflage seiner Werke erstand ich das Buch gebraucht und war von der Frakturschrift im ersten Moment erschlagen. Nach 15-20 Seiten gewöhnte ich mich jedoch daran und kam in den Genuss einer wundervollen Geschichte mit liebevoll beschriebenen Details.

Ein Jahr später später stieß ich im Antiquariat auf Kellers „Stille Straßen“, eine Sammlung märchenhafter Kurzgeschichten. Auf der ersten Seite prangt ein altmodisches Ex Libris, doch ausschlaggebend für den Kauf war die Widmung. Der geschwungene Schriftzug scheint die Zeit zurückzudrehen, in eine chaotische Welt, als Europa sich das dritte Jahr in Folge in einer bewaffneten Auseinandersetzung befand, heute kaum mehr vorstellbar. In einer Zeit, in der wir in Wohlstand und Sicherheit zu leben glauben, hinterlassen diese Zeilen bei mir ein unangenehmes Echo. Es ist eine Mahnung zur Wachsamkeit, denn der Mensch neigt dazu seine Fehler zu wiederholen und Geschichte wiederholt sich ja bekanntermaßen erst recht.

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4 Gedanken zu „Stille Straßen

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